Der ewige Kampf um Anerkennung

Neulich ging ich mal wieder in die Luft. Wegen einer Kleinigkeit. Wie das halt so oft vorkommt. Nachdem wir uns daraufhin gut einen Tag angeschwiegen haben, haben wir es doch irgendwann zustande gebracht, uns wie erwachsene Menschen zu unterhalten. Und dann kamen wir auch endlich mal an den Punkt, der mich so oft stört. Unbewußt stört. Denn daß das der Grund dafür ist, daß ich dann wegen irgendeiner Kleinigkeit ausraste, war mir noch nie so bewußt. Erst als H. mich fragte, was es denn ist, das ich von ihm erwarte, kam mir ganz spontan - ohne großartig darüber nachdenken zu müssen - das Wort "Anerkennung" über die Lippen. Und plötzlich war mir selbst einiges klar. Ich wusele zuhause herum. Mach' und tu'. Erledige dies und jenes. Kaufe dies und das. Überlege mir mal das eine mal das andere. Und alles was ich dafür ab und zu einmal erwarte ist ein kleines Wort der Zustimmung. Ich kann es aber dann überhaupt nicht begreifen, wenn ich das nicht bekomme. Ich fühle mich klein. Denke, daß ich nichts geleistet habe. Oder daß das, was ich geleistet habe, sowieso nicht beachtet wird. Dabei staut sich in mir dann ein solcher Frust auf, daß ich bei der nächsten Kleinigkeit (und wenn's ein Joghurt ist, der ins falsche Kühlschrankfach gestellt worden war) sofort auf 180 bin. H. begreift das dann nicht. Eigentlich verständlich.

Wir haben lange darüber geredet. Und wir haben uns danach viel besser gefühlt.
Der Punkt ist auch, daß wir beide ständig um Anerkennung kämpfen mußten. Schon als Kinder. Wir wollten schon immer alles perfekt machen um unsere Eltern zu beeindrucken. Und waren dann immer wieder enttäuscht, wenn kein Lob kam. Denn es war ja logisch, daß wir gut waren.
Wir wissen das jetzt beide. Und mit diesem Wissen können wir in Zukunft wenigstens einige unserer Konflikte verhindern.

Eine Stadt voller Valentins

Ich mußte gestern nach der Arbeit noch kurz in die Stadt um einen Pulli umzutauschen. Leute, ich hab' noch nie so viele Männer planlos durch die Geschäfte hetzen sehen, wie gestern. Jeder wollte seiner Liebsten noch eine Kleinigkeit mitbringen. Vom Kakaostreuer mit Herzschablone für den Capuccino bis zum Ohne-Dich-ist-alles-doof-Sheep-Puzzleball war alles dabei. Die meisten haben sich mit Blumensträußen in die S-Bahn gequetscht. Sorgsam darauf bedacht, daß die Rosen keinen Schaden nehmen.
Affig!

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